Schulchronik von Gerstedt

(Seite 10)

„mitnahmen“.  Zu verwundern ist aber, daß die sämtlichen Potlenzäcker politisch nach Salzwedel gehören. Für die Neugründung der beiden Dörfer an der heutigen Stelle ist auch noch eine andere Mutmaßung möglich. Im zeitigen Mittelalter waren die größeren Siedlungen, die eine Bedeutung als Stützpunkt hatten, sehr darauf bedacht, die Sicherheit durch Wasserschutz zu erhöhen. Salzwedel hatte einen wesentlichen Schutz durch die Jeetze und ihr Sumpfgelände im südlichen und östlichen Teile, wohingegen der westliche Teil  ungeschützt war. Der nördliche Teil, die jetzige Buchhorst und Bürgerholz sind wohl früher undurchdringliche Sumpfniederungen gewesen. Durch die um 1930 erfolgte Jeetzeregulierung ist dies Gebiet etwas trockener geworden. Da nun der Westen Salzwedels vollkommen ungeschützt war, wurde die Dumme von Wiestedt-Tylsen an auf direktem Wege nach Salzwedel und weiter bis in die Jeetze geleitet. Die eigentliche Dumme führte – heute als „Faule Dumme“ über Bombeck nach Bergen und dann in östlicher Richtung in die Jeetze. Dadurch hatte die Burg Salzwedel auch im Westen, bezw. Norden einen natürlichen Wasserschutz.

Ob die Bewohner Gerstedt`s sich aus diesem Grunde ihren Wohnsitz in die Nähe dieses neugeschaffenen Flußlaufs gelegt haben?

Mit der Verlegung des Flußlaufes soll auch der Bau der Wolfsmühle zusammenhängen, die früher in der Nähe von Osterwohle gelegen haben soll. Die heutigen kleinen Dummegräben, die als „Faule Dumme“ noch existieren sind nicht in der Lage, eine Mühle zu treiben.

Author: Arne

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